
Osteopathie
Was ist die Osteopathie?
Osteopathie ist eine ganzheitliche
Heilkunde, die den Menschen in einem vielschichtigen strukturellen,
funktionellen und biochemischen Zusammenhang begreift. Ihr Ziel ist das
Erkennen von Funktionsstörungen im menschlichen Körper und die manuelle
Behandlung der Ursachen.Dabei stützt sich die Osteopathie auf die klassischen Grundlagenfächer der Humanmedizin, insbesondere auf die Anatomie (Struktur und Aufbau des Körpers), die Physiologie (Funktion des Körpers), die Embryologie (Entwicklung des Menschen) und die Pathologie (Krankheitslehre).
Entwickelt wurde diese Form der Medizin bereits vor rund 120 Jahren von dem Arzt Dr. Andrew Taylor Still. Seitdem hat sich die Osteopathie rasant weiterentwickelt und gehört seit Jahrzehnten, insbesondere in Amerika, England, Frankreich und den Beneluxstaaten, zu den bewährten und allgemein anerkannten Formen der Medizin.
Wie sieht eine osteopathische Behandlung aus?
Zu Beginn einer
jeden Behandlung steht immer das ausführliche Patientengespräch, um die
Krankheitsgeschichte und deren Ursachen zu erforschen. Darauf folgt
eine genaue Untersuchung mit Erstellung einer Diagnose. Erst im
Anschluss wird die Behandlung durchgeführt. In dieser werden
spezifische osteopathische Techniken angewandt, die mit den Händen
ausgeführt werden, um Körperstrukturen zu mobilisieren und die
körpereigenen Selbstregulierungskräfte zu aktivieren. Bei der osteopathischen Behandlung wird zwar immer der gesamte menschliche Körper betrachtet, jedoch zwischen drei großen Körpersystemen unterschieden. Diese stehen in einem dynamischen Gleichgewicht miteinander und werden immer als ineinander greifend gesehen und behandelt:
- Parietale Osteopathie: Manuelle Behandlung des gesamten Bewegungsapparates, z. B. gezielte Mobilisierung und Manipulation von Gelenken, Wirbeln, Muskeln und Facien.
- Viszerale Osteopathie: Manuelle Behandlung aller inneren Organe, z. B. Mobilisierung und Funktionsanregung von Darm, Magen, Leber, Herz, Lunge, Niere und Blase.
- Craniosacrale Osteopathie: Manuelle Behandlung des craniosacralen Systems, z. B. Mobilisierung der Schädelknochen sowie Korrektur des Nerven- und Flüssigkeitssystems von Kopf, Wirbelsäule und Kreuzbein.
Wem und wann kann die Osteopathie helfen?
Grundsätzlich eignet sich die Osteopathie für Männer und Frauen jeglichen Alters, vom Säugling bis zum älteren Menschen. Sie bietet natürliche Hilfe bei akuten und chronischen Erkrankungen sowie bei Verletzungen des Muskel-Skelett-Systems, der inneren Organe und des Nervensystems.Typische Anwendungsfälle liegen:
- im orthopädischen Bereich wie z. B. bei Schulter- und Nackenproblemen, Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen.
- im internistischen Bereich wie z. B. bei Verdauungsstörungen, funktionellen Herzbeschwerden und Behandlungen nach operativen Eingriffen.
- im Hals-Nasen-Ohren Bereich wie z. B. bei Tinnitus, Migräne, Schwindel, Nasennebenhöhlen- und chronischen Mittelohrentzündungen.
- im urogenitalen Bereich wie z. B. bei chronischen Blasenentzündungen und Reizblase.
- im gynäkologischen Bereich wie z. B. bei Menstruationsbeschwerden, Betreuung von Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt, Beschwerden während der Wechseljahre, Infertilität (Unfruchtbarkeit) und nach gynäkologischen Operationen.
- im pädiatrischen Bereich wie z. B. bei Schädel- und Gesichtsverformungen durch die Geburt, Spuckkindern, Schiefhals, Skoliose, Lern- und Konzentrationsstörungen sowie bei Kindern mit ADS.


